Hotspots: Der unsichtbare Ertragsfresser auf Ihrem Dach
Hotspots sind punktuelle Überhitzungen in Solarzellen – unsichtbar für das Auge, aber verheerend für Ertrag und Sicherheit. So werden sie entdeckt.
Manchmal sieht eine PV-Anlage von außen perfekt aus – aber der Ertrag stimmt einfach nicht. Monat für Monat bleibt die Stromproduktion hinter den Erwartungen zurück. Ein häufiger Grund, der oft übersehen wird: Hotspots.
Was ist ein Hotspot?
Hotspots sind punktuelle Überhitzungen in einer Solarzelle. Die betroffene Zelle produziert keinen Strom mehr – im Gegenteil: Sie verbraucht den Strom der anderen Zellen und wandelt ihn in Wärme um.
Typische Ursachen:
- Verschattung: Vogelkot, Laub oder andere Ablagerungen blockieren einzelne Zellen
- Mikrorisse: Haarrisse im Zellsilizium durch Transport, Montage oder Hagelschäden
- Produktionsfehler: Schlecht gelötete Verbindungen ab Werk
- Alterung: Degradation der Zellverbindungen über die Jahre
Das doppelte Risiko
1. Ertragsverlust
Ein Hotspot betrifft nicht nur die einzelne Zelle. Durch die Reihenschaltung in Modulen und Strings kann ein einziger Hotspot die Leistung eines ganzen Strangs beeinträchtigen.
Rechenbeispiel:
- Ein Modul mit Hotspot verliert 10-30% Leistung
- Bei String-Optimierer-losen Anlagen: Der gesamte String läuft auf dem Niveau des schwächsten Moduls
- Jahresverlust bei 10 kWp: 100-300 €
2. Brandgefahr
Im Extremfall können Hotspots Temperaturen von über 200°C erreichen. Das reicht aus, um:
- Die Rückseitenfolie des Moduls zu verbrennen
- Einen Lichtbogen zu erzeugen
- Im schlimmsten Fall: Einen Dachstuhlbrand auszulösen
Fakt: Bei forensischen Untersuchungen von PV-Bränden sind Hotspots einer der häufigsten Auslöser.
Warum Sie Hotspots nicht sehen können
Das Tückische an Hotspots: Sie sind unsichtbar. Von außen sieht das Modul völlig normal aus. Keine Verfärbung, keine sichtbare Beschädigung.
Was nicht funktioniert:
- ❌ Sichtprüfung vom Boden aus
- ❌ Überprüfung der Gesamtleistung (zu ungenau)
- ❌ Ertragswerte im Monitoring (zeigt nur Symptom, nicht Ursache)
Was funktioniert:
- ✅ Thermografie – Wärmebildkamera zeigt überhitzte Bereiche
- ✅ Kennlinienmessung – Elektrische Vermessung offenbart defekte Module
- ✅ Elektrolumineszenz – Röntgenblick auf die Zellstruktur
So mache ich Hotspots sichtbar
Als Gutachter nutze ich hochauflösende Wärmebildkameras, um Fehler sichtbar zu machen, die das bloße Auge nicht sieht.
Der Prozess:
- Thermografie bei Sonneneinstrahlung – Die Anlage muss unter Last sein
- Systematische Aufnahme – Jedes Modul wird erfasst
- Auswertung – Temperaturunterschiede werden analysiert
- Dokumentation – Beweissichere Protokolle für Gewährleistungsansprüche
Ein Hotspot zeigt sich im Wärmebild als heller Fleck – manchmal nur wenige Zentimeter groß, aber mit Temperaturdifferenzen von 20-50°C zur Umgebung.
Wann sollten Sie prüfen lassen?
Warnsignale:
- Ertrag liegt deutlich unter Prognose (>10% weniger)
- Plötzlicher Ertragseinbruch ohne erkennbare Ursache
- Fehlermeldungen am Wechselrichter
- Anlage ist älter als 5 Jahre und wurde nie geprüft
Pflichttermine:
- Nach Hagelschäden
- Nach Sturmschäden
- Vor Ablauf der Gewährleistungsfrist
- Bei Verdacht auf Installationsmängel
Fazit: Prävention ist günstiger als Brandschaden
Hotspots sind heimtückisch – unsichtbar, aber gefährlich. Die gute Nachricht: Mit moderner Messtechnik lassen sie sich zuverlässig aufspüren.
Meine Empfehlung: Lassen Sie Ihre Anlage mindestens einmal im Lebenszyklus thermografisch prüfen. Die Kosten dafür sind überschaubar – die Folgen eines übersehenen Hotspots können verheerend sein.
Haben Sie das Gefühl, Ihre Anlage bringt nicht die Leistung, die sie soll? Ein Check-up gibt Gewissheit.
Dieser Artikel basiert auf einem LinkedIn-Post vom 31. Januar 2026 und wurde für diese Website erweitert.
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